Smart Homes – Intelligente Gebäudetechnik

Horst Eisenbeis
Horst Eisenbeis
VdZ-Geschäftsführer

Mit der fortschreitenden Digitalisierung des Lebens, der wachsenden Bedeutung von Energieeffizienz und den Herausforderungen des demographischen Wandels kündigt sich zuhause in den "eigenen vier Wänden" zunehmend eine High-Tech-Revolution an. Das Marktpotenzial für technische Lösungen, mit denen sich Räume per Touchscreen überwachen, Heizungen intelligent steuern lassen und Assistenzsysteme dafür sorgen, dass ältere Menschen selbstbestimmt zu Hause leben können, wird allein in Deutschland in 2020 auf 10 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Der Markt für Smart Homes steht erst am Anfang der Entwicklung. Aber es gibt in modernen Haushalten bereits erste Ansätze einer Vernetzung, es handelt sich jedoch meist um Insellösungen, denn die Geräte sind nur selten miteinander verknüpft. So wird die noch notwendige Entwicklung von einheitlichen Standards und Schnittstellen als ein entscheidender Faktor für den Durchbruch von Smart Homes gesehen. Dementsprechend sind eine Reihe von Unternehmen und Verbände aus relevanten Branchen wie Telekommunikation, Informationstechnologie und der Energieversorgung dabei, sich frühzeitig auf die kommenden Marktchancen einzustellen.

Die VdZ - Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e.V. sieht als Branchenverband der Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik in Smart Homes einen wichtigen Zukunftsmarkt, auf dem die deutsche Gebäudetechnik-Industrie eine weltweit führende Rolle spielen kann. Mit Hilfe intelligenter Gebäudetechnik - insbesondere mit moderner Mess-, Regel- und Steuerungstechnik - lassen sich ohne Komfortverlust erhebliche Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent des Verbrauchs in den "eigenen vier Wänden" erzielen. Zugleich ermöglichen digitale Komplettlösungen jedem Einzelnen über eine Benutzeroberfläche die Effizienz der Anlagen zu kontrollieren und gleichzeitig die Raumklimaerzeugung und -verteilung bedarfsorientiert zu steuern. Intelligente Gebäudetechnik bedeutet damit für jeden Anwender - Hauseigentümer wie Mieter - ein deutliches Plus an Komfort, Energieeffizienz und Selbstbestimmung. Volkswirtschaftlich gesehen bieten sich neue Möglichkeiten von Dienstleistungen und die Erschließung neuer Märkte.

Längst stehen eine effiziente Energieversorgung und Energieverbrauchserfassung sowie ein bedarfsorientiertes Energiemanagement in Gebäuden verstärkt im Fokus des Interesses von Politik und Wirtschaft. Innovative Mess- und Steuerungssysteme sind dabei ein zentrales Bindeglied zwischen einem intelligenten Gebäudemanagement (Smart Homes) und neuen Formen der intelligenten Netzbetriebsführung (Smart Grids). Es gibt zwar viele Hersteller, die sich mit intelligenter, digitaler Gebäudetechnik beschäftigen und auch schon vereinzelt den Markt für Smart Homes sondieren, jedoch widmete sich bislang kein Verband aus der Gebäudetechnik dem Thema grundlegend.

Die VdZ hat sich als etablierter und anerkannter Verband der Heizungs-, Klima- und Lüftungsbranche im Rahmen ihres Projektmanagements des Themas angenommen und wird als Moderator und Treiber der spezifischen Aufgaben fungieren. Zur Erschließung des Marktes und der Entwicklung von Lösungsansätzen geht es hierbei vornehmlich um die folgenden Arbeitsschwerpunkte: Schaffung von Schnittstellenstandards zwischen Steuerungseinheiten (Mess- und Regeltechnik) und Anlagekomponenten sowie dem Internet (webbasierte Steuerung), die Entwicklung neutraler Plattformen zur Energiesteuerung im Haus, und die Sensibilisierung des Themas - auch im Zusammenhang mit "Wohnen im Alter".

 
Beispiele für Smart Home-Funktionen der intelligenten Gebäudetechnik:
  • Heizungsüberwachung
  • Pumpenmanagement
  • Wärmespeicherung
  • Einzelraumregelung
  • Flächentemperierung
  • Energieverbrauchserfassung
  • Raumbe- und -entlüftung
  • Störungsmeldung
  • Wartungsservice
  • Fensterüberwachung
  • Beleuchtungssteuerung
  • Jalousiensteuerung
  • Bewegungs- und Anwesenheitsmelder

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